Veränderungsprozesse in Unternehmen sind heute deutlich komplexer als früher. Dazu zählen auch veränderte Ansprüche der Generationen Y und Z sowie die große Herausforderung, Talente zu finden und langfristig im Unternehmen zu halten. Wie können also Mitarbeiter erfolgreich in den Change Prozess eingebunden werden? Das Online-Magazin Human Resources Manager hat drei Regeln aufgestellt, um Veränderungsprozesse nicht nur zu managen, sondern auch wirklich für die Mitarbeiter erlebbar zu machen.

  1. Veränderungen für Mitarbeiter personalisieren

Schon lange versuchen Unternehmen, Kundenbindung durch personalisierte Erfahrungen zu stärken. Diese Maßnahmen können auch für Mitarbeiter genutzt werden, um sie auf Veränderungsprozesse vorzubereiten und auf dem Weg zu begleiten. Methoden wie Design Thinking, Empathy Maps oder Customer Journeys helfen dabei, eine personalisierte Erfahrung sichtbar zu machen – nicht nur für Kunden, sondern auch für Mitarbeiter. Durch die Visualisierung wird deutlich, wie der Mitarbeiter durch die Veränderung gehen soll und welches Ziel am Ende definiert ist. Botschaften und Maßnahmen können so zielgruppengerecht abgestimmt und eingesetzt werden. Gerade die Mehrwertformel „What is in it for me?“ hilft bei der Kommunikation und der Auswahl der richtigen Maßnahmen für den Veränderungsprozess.

  1. Ein offenes Ohr für Mitarbeiter haben und reagieren

Umfragen zur Mitarbeiterzufriedenheit und regelmäßiges Feedback nach Ende eines Projekts helfen dabei, Mitarbeitern Gehör zu verschaffen. Diese Rückmeldung sollte deshalb regelmäßig über unterschiedliche formelle und informelle Kanäle eingeholt werden. Aber es gibt noch weitere Möglichkeiten, den Mitarbeitern ein offenes Ohr zu bieten: Fokusgruppen, interne und externe soziale Netzwerke sowie Influencer können ebenfalls dabei helfen, Mitarbeiter besser zu verstehen, ohne sie selbst direkt zu fragen. Und Technologien wie etwa der „Tone and Sentiment Analyser“ lesen aus Texten die emotionale Stimmung des Autors heraus, um positive oder negative Tendenzen zu erkennen.

Früher haben viele Change Manager die Kaffeemaschine oder den Wasserspender als idealen Kommunikationskanal für den Austausch mit den Mitarbeitern angesehen, doch auch in der digitalen Welt existieren diese inoffiziellen Orte – sie müssen nur identifiziert und sinnvoll genutzt werden. Denn das Zuhören ist zwar ein wichtiger Schritt im Veränderungsprozess, es bringt allerdings nur wenig, wenn darauf nicht reagiert wird. Stattdessen fördert dies eher die Frustration bei allen Beteiligten.

  1. Mit Daten Mehrwert sichtbar machen

Die Mitarbeiterzufriedenheit und Kultur haben einen großen Einfluss auf den Erfolg eines Unternehmens. In der Vergangenheit lag die Schwierigkeit des Change Management darin, den Mehrwert von Aktivitäten in diesem Prozess aufzuzeigen. Das hat schnell zu Frustration und Unverständnis geführt. Doch Communities, Netzwerke und Datenbanken sowie die hier entstandenen Daten bieten die Möglichkeit, den Mehrwert heute deutlich leichter sichtbar zu machen.

Genauso wie eingegangene Kundenbeschwerden in den meisten Unternehmen erfasst und ausgewertet werden, können Organisationen auch die Mitarbeiterzufriedenheit oder einen Trainingserfolg messen. Denn Mitarbeiter äußern sich auf unterschiedlichen Kanälen über ihren Arbeitgeber. Diese Äußerungen können in Bezug auf unternehmensrelevante Faktoren genauer betrachtet werden. Und daraus lassen sich klare Rückschlüsse und Erkenntnisse ziehen, die datenbasierte Entscheidungen möglich machen. Wer mutig ist und Vertrauen in die eigene Belegschaft zeigt, kann die relevanten Informationen auch den Mitarbeitern selbst zur Verfügung stellen. So lässt sich eine persönliche und selbstgetriebene Steuerung erreichen.

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