Marcus Buckingham, früherer Gallup-Mann und (Mit-)Begründer der Stärken-These in der Mitarbeiterentwicklung prägte den Spruch: „People join companies, but leave managers.“ Der Mitarbeiter beginnt hochmotiviert in einem Unternehmen zu arbeiten, er hat Lust zu gestalten, seine Ideen einzubringen – und stößt zunehmend auf Hürden, die ihm seine Vorgesetzten in den Weg stellen. Seine Ideen werden als unbrauchbar zurückgewiesen, die Führungskraft ist nicht greifbar und ansprechbar. Dieser Weg endet in der von Gallup festgestellten Demotivation und inneren Kündigung. In Teil 2 unserer dreiteiligen Serie zur Gallup Kausalkette geht es um Führungsqualifikation.
Ein Veränderungsprozess löst im Regelfall und im ersten Reflex bei den Mitarbeitern eher Abwehr als freudige Zustimmung aus. Für den Change-Verantwortlichen ist die Mitarbeitermotivation eine große Herausforderung. Liebgewordene Rituale spielen eine wichtige Rolle bei der sorgfältigen Auswahl der in dieser Situation optimalen Anreize. Aber auch eine weitergehende Beschäftigung mit Aspekten der Motivationspsychologie ist lohnenswert. Im doppelten Sinne des Wortes.
„Wer gestern noch im Motivationsrausch eine Präsentation fertigmachte, erfasst heute minutengenau seine Überstunden“, schreibt ZEIT online zur aktuellen Erhebung der Gallup Unternehmensberatung, deren Ergebnisse Ende März 2014 vorgestellt wurden. Die Bilanz des Gallup Engagement Index ist: Jeder sechste Arbeitnehmer hat innerlich gekündigt. Ich persönlich glaube fest daran, dass Mitarbeiter nach der Ausbildung hoch motiviert in einem Unternehmen anfangen und danach vielfach systematisch demotiviert werden. In dieser dreiteiligen Reihe beleuchten wir drei Faktoren der Gallup Wertschöpfungskette. In Teil 1 geht es um Mitarbeiterpotenziale.
Bereichsleiter Anton B. hat vom Vorstand die Weisung erhalten, sein Zuständigkeitsgebiet neu aufzustellen. Das bedeutet einschneidende Veränderungen für sein Team. Abläufe müssen anders gestaltet, Aufgaben neu verteilt werden. Bei den Individualisten, die in diesem Team arbeiten, ist dem Bereichsleiter klar: Er wird hier sehr verschiedene Motivationsstrategien einsetzen müssen, damit letztendlich alle an einem Strang ziehen.
Da ist er wieder dieser Begriff, Work-Life-Balance. Das Thema ist momentan omnipräsent, ob in den Medien, Ratgeber-Literatur und Seminaren und immer häufiger auch bei Unternehmen, die sich gegenüber potentiellen Bewerbern als modern und aufgeschlossen präsentieren wollen. Und Work-Life-Balance soll vor allem für mich, einer Angehörigen der sogenannten Generation Y, über die sich alle momentan den Kopf zerbrechen, ein entscheidendes Thema sein. Aber stimmt das überhaupt und ist dieser Begriff noch zeitgemäß?
„Jan Müller hat genug“ titelt der Autor eines ZEIT-Dossiers. Wer ist eigentlich dieser Jan? Jan Müller ist 18 Jahre alt, er heißt Jan, weil das der häufigste Name in seinem Jahrgang ist, lebt in Nordrhein-Westfahlen, weil dort die meisten 18 Jährigen leben, genauer gesagt in Köln, weil das die größte Stadt in NRW ist, er sagt von sich „Ich blicke positiv in die Zukunft“. Jan ist ein Musterknabe, ein Ergebnis aus Daten und Fakten, die die Hamburger Werbeagentur Jung von Matt in zahlreichen Umfragen und Hausbesuchen ermittelt hat.
Vor kurzem hatte hier einer unserer Geschäftsführer, Jörg Wacha, Überlegungen zum Generationenthema gepostet. Passen die Zuordnungen wirklich zu der jeweiligen Generation? Babyboomer als hierarchieorientierte Mitarbeiter, ganz im Gegensatz zur Generation Y, die sich vorrangig an sozialen Netzwerken orientiert und mittendrin die Mittvierziger aus der Generation X, die zwischen Hierarchien und Autonomie pendeln? Oder sind bestimmte Denk- und Verhaltensweisen eher eine Frage der jeweiligen Lebensphase?
Allein dieser Punkt ist für viele kleine und mittelständische Unternehmen ein Quantensprung: Für jede Führungsebene wird ein eigenes Kompetenzprofil entwickelt. Ein Abteilungsleiter braucht andere Führungsqualitäten als ein Teamleiter. Und jedes individuelle Kompetenzprofil wird im Rahmen der Unternehmensstrategie entwickelt. Wo will dieses Unternehmen hin und was braucht es für das Erreichen des Ziels an spezifischen Führungskompetenzen?