Achtsamkeit ist der Ausweg aus diesem erstarrten Raum, in dem alles schon „gewusst“ und vorgegeben ist. Das wichtigste Buch des großen Achtsamkeitslehrers Krishnamurti heißt nicht zufällig „Freedom from the Known“.
Ellen Langer von der Harvard Universität erforscht die Wirkungsweise der Achtsamkeit und empfiehlt: „Vertraue möglichst wenig auf deine kognitiven Automatismen. Es ist viel wirklichkeitsnäher und zielführender, sich immer wieder in den Zustand der Präsenz zu versetzen. In eine möglichst wache, achtsame Seinsweise, die auf schematisches Denken weitgehend verzichtet und in jeder Situation offen für jede Möglichkeit bleibt.“
Es gibt sowohl Beispiele dafür, wie große Veränderungsvorhaben ohne jegliche externe Beratungsexpertise gestemmt wurden wie auch dafür, wo alles nur Denkbare mit externer Beratungsexpertise erledigt wurde. Das hängt unter anderem auch damit zusammen, dass die Expertise in Sachen Change-Management, Organisations- und Personalentwicklung in den Unternehmen qualitativ wie quantitativ sehr unterschiedlich vorhanden ist. Auch in einzelnen Abteilungen kann das diesbezügliche Wissen sehr unterschiedlich ausgeprägt sein und Einfluss auf die Entscheidung haben, mit Externen zu arbeiten.
Ein Veränderungsprozess löst im Regelfall und im ersten Reflex bei den Mitarbeitern eher Abwehr als freudige Zustimmung aus. Für den Change-Verantwortlichen ist die Mitarbeitermotivation eine große Herausforderung. Liebgewordene Rituale spielen eine wichtige Rolle bei der sorgfältigen Auswahl der in dieser Situation optimalen Anreize. Aber auch eine weitergehende Beschäftigung mit Aspekten der Motivationspsychologie ist lohnenswert. Im doppelten Sinne des Wortes.
150 Manager von Großunternehmen im deutschsprachigen Raum hat Capgemini Consulting zum Themenfeld Change Management befragt. Zwar stellten die Befrager eine ausgeprägte Veränderungsbereitschaft des Top-Managements fest, jedoch wird nur sieben Prozent der zweiten Führungsebene auch die hierfür erforderliche Veränderungskompetenz zugeschrieben. „Fest steht, dass der Erfolg von Transformationsprojekten heute in den Händen von Führungskräften liegt, die häufig nicht gewillt oder nur schlecht auf diese Herausforderung vorbereitet sind“, sagt Imke Keicher, eine der Autoren der Studie. Wir sagen: es braucht ein neues Verständnis von Leadership für erfolgreiche Veränderungsprozesse.
Je nach der Tiefe der intendierten Veränderung sprechen wir eher von Visionen, die durch Ziele im Weiteren spezifiziert werden können und müssen, oder direkt von Zielen. Beide Begriffe haben letztlich nur eine unterschiedliche Abstraktionsebene. Entscheidend ist, dass sie ein in der Zukunft liegendes Ergebnis oder einen Zustand beschreiben. Vision wäre eher die Antwort auf die Frage: „Wo wollen wir in fünf Jahren stehen?“ als Basis für einen evolutionären Veränderungsprozess. Das Ziel wäre die Antwort auf die Frage „Was genau wollen wir wann erreicht haben?“. Dann wäre das Ziel ein Schritt zur Verfolgung der Vision.