Bei der Hamburger Agentur „Elbdudler“ wird das Modell Vertrauensurlaub schon lange gelebt. Eine Mitarbeiterin steht FAZ.NET Rede und Antwort darüber, wie sich so viel Vertrauen anfühlt – und ob mancher es auch ausnutzt. Die auf Marketing- und Kommunikationsstrategien spezialisierte Firma wurde 2009 gegründet, seither können sich die 120 Mitarbeiter so viele Urlaubstage nehmen, wie sie wollen. Doch von Anarchie keine Spur.

Zwei Voraussetzungen werden dazu von allen gelebt: Kommunikation und Kollegialität. Gearbeitet wird in Teams von je etwa vier Personen – innerhalb dessen wird stets versucht, Urlaubswünsche, auch spontane, zu erfüllen. Bei aller Freiheit: Es muss immer jemand aus dem jeweiligen Bereich zur Verfügung stehen. Das Unternehmen setzt zudem in allen Bereichen auf größtmögliche Transparenz. Alle Gehälter sind einsehbar – die Urlaubslisten sowieso. Neid entstehe dennoch nicht, sondern viel mehr kollegiales Ermahnen an diejenigen, die noch zu wenig Urlaub genommen hätten. Die Flexibilität bzgl. Arbeitszeit und -ort motiviere vor allem Kollegen, die bereits Eltern sind, weil diese mit krankem Kind von daheim arbeiten oder etwa nach der Babypause den Arbeitsumfang nach und nach steigern können.

 Studie: Urlaub, so viel ich will?

Laut „Urlaubsreport 2018“ sieht gut jeder zweite deutsche Arbeitnehmer die Selbstbestimmung von Urlaubstagen positiv. Erhoben wurden die Zahlen vom Berufsnetzwerk Xing als Teil der alljährlichen repräsentativen Studie „Kompass Neue Arbeitswelt“ vom Marktforschungsinstitut marketagent.com. Dabei halten jüngere Befragte selbstbestimmten Urlaub eher für möglich als ältere Berufstätige.

Im Schnitt wünschen sich die Befragten 32,2 Urlaubstage – also nur etwas mehr als die 30 Tage, die den meisten deutschen Berufstätigen zustehen. Berufseinsteiger (18-24 Jahre: 34,2 Tage) geben sich im Verhältnis mehr Urlaub als erfahrene Erwerbstätige (60-65 Jahre: 29,8 Tage). Auch mit dem Bildungsgrad (Abiturienten und Akademiker: 33,9 Tage), der Unternehmensgröße und dem Einkommen steigt die Anzahl der gewünschten Urlaubstage. Nur fast ein Fünftel der Befragten wünscht sich nicht mehr als den gesetzlichen Urlaubsanspruch von 20 Tagen.

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