Unternehmen befinden sie sich in einem ständigen Alarmzustand, denn ihre größten Talente können jederzeit abgeworben werden. Um das zu verhindern, investieren sie viel Energie in die Frage: Wie können wir unsere besten Mitarbeiter langfristig halten? Doch Unternehmen sollten zunächst überlegen, was einen guten von einem durchschnittlichen Mitarbeiter unterscheidet. Erst im nächsten Schritt sind Angebote wie eigenverantwortliches Arbeiten, Entscheidungsfreiräume, individuelle Entwicklungsmöglichkeiten sowie „Wohlfühl“-Statussymbole sinnvoll.

Fachliche und soziale Kompetenzen als Bewertungskriterien

Uwe Kanning, Professor für Wirtschaftspsychologie an der Universität Osnabrück, sieht neben der fachlichen Expertise und Leistung vor allem die Lernfähigkeit und Leistungsmotivation als wesentliche Bewertungskriterien für die Qualität eines Mitarbeiters. Außerdem zeichne oft auch eine hohe soziale Kompetenz, darunter die Fähigkeit, Kontakte zu knüpfen oder Lösungen für Konflikten zu finden, einen guten Mitarbeiter aus.

Anti-autoritäres Arbeiten, Schulungen und Berücksichtigung individueller Bedürfnisse

Bei Zalando wird beispielsweise auf Selbstbestimmung als Motivator gesetzt, denn eigenverantwortliches Arbeiten und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten sollen die besten Mitarbeiter halten. Dazu gehören flexible Arbeitszeit- und Arbeitsortmodelle sowie spezielle Angebote für Eltern. Außerdem wird in die Fort- und Weiterbildung der Führungskräfte investiert. Auch die Berliner Kreativagentur Antoni hat einen ähnlichen Ansatz: In der eigenen „antoniversity“ werden Führungskräfte und Mitarbeiter von Experten aus Wirtschaft und Kommunikation beraten. Die Führungskräfte führen regelmäßig Entwicklungsgespräche mit den Mitarbeitern und berücksichtigen auch individuelle Wünsche, wie etwa ein Achtsamkeitstraining oder Yogakurs.

Freizeit statt Firmenwagen als neue Wohlfühl-Statussymbole

Die klassischen Motivationsfaktoren sollten dennoch nicht vergessen werden: Eine höhere Gehalts- und Leitungsposition sind auch in Zeiten von Work-Life-Balance für viele immer noch extrem wichtig. Heutige Statussymbole haben sich zwar verändert, sie gehören dennoch in die aktuelle Arbeitswelt. Stefan Scheller, Personalmarketing-Experte beim IT-Dienstleister Datev, zählt dazu etwa das Image oder die Ausstattung eines Unternehmens. Ohne Benefits wie kostenloses Obst oder gemeinsame Freizeitaktivitäten seien demnach in Startup-Hochburgen Mitarbeiter nur noch schwer für ein Unternehmen zu begeistern.

Gesellschaftlicher Wandel führt zu mehr Akzeptanz

Professor Kanning glaubt nicht, dass die heutige Generation einen gänzlich anderen Blick auf Arbeit und Karriere haben. Vielmehr habe sich, so der Professor, die gesellschaftliche Akzeptanz für Top-Leistungsträger, die mehr Rücksicht auf Freizeit und Familie nehmen, verändert. Letztlich komme es deshalb darauf an, sich mit den individuellen Bedürfnissen der einzelnen Personen auseinanderzusetzen.

(c) business-punk.com: Office-Kultur für Highperformer: Bei der Berliner Agentur Antoni dient ein Mercedes 190E als Meetingraum.

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