Die Zeiten der Digitalisierung sind die Zeiten der Buzzwords und Hypes. So zumindest erweckt es den Anschein. Besonders im Zusammenhang mit Agilität und neuen Methoden in der Arbeitswelt 4.0 hört man in letzter Zeit „Working-Out-Loud“. Doch was ist das eigentlich? Und ganz ehrlich: Braucht es das?

Von der Formel zur Methodik

Der Begriff selbst ist gar nicht mehr so jung. Bereits 2010 forderte Bryce Williams in einem Blogartikel, Wissen doch bitte zu teilen anstatt dem alten Credo „Wissen ist Macht“ nachzuhängen. Seine provokante Überschrift: „When will we Work Out Loud?“ Er meinte damit eine einfache Formel:

Working Out Loud = Observable Work + Narrating Your Work

Working Out Loud (kurz WOL) ist wörtlich übersetzt eine Kombination aus beobachtbarer und erzählter Arbeit, d.h. ein bewusstes Bereitstellen und Teilen von Wissen. Was in der Theorie so einfach klingt, bedarf in der Praxis eines echten Handlungsleitfadens. Und so dauerte es fünf Jahre, bis sich aus diesem vermeintlich einfachen Gedanken eine echte Methodik entwickelte. Der von John Stepper entwickelte WOL Circle stellt einen Prozess gegenseitiger Unterstützung dar, der es einfach machen soll, Veränderungen anzugehen.

Fünf Grundlagen des WOL Circles

Stepper hat fünf Grundlagen entwickelt, die projektübergreifend bei Anwendung von WOL zu beachten sind.

  1. Das individuelle Ziel
    Jeder im Circle sucht sich sein eigenes Ziel, bei dem er in einem Zeitrahmen von zwölf Wochen Fortschritte machen kann.
  2. Sicherheit und Vertrauen
    Ein Circle ist ein sicherer, vertraulicher Raum, in dem Mitglieder offen über ihre Ziele, Fortschritte und Schwierigkeiten sprechen können.
  3. Vier bis fünf Personen
    Mehr als fünf Personen verursachen zu viele Diskussionen und nehmen zu viel Zeit für die Übungen, weswegen die Gruppen klein bleiben sollten. Mehrere verschiedene Circles hingegen führen zu mehr Kreativität und mehr Ideen.
  4. Eine Stunde pro Woche
    Die Circles treffen sich wöchentlich eine Stunde über einen Zeitraum von zwölf Wochen – lang genug, um neue Gewohnheiten zu entwickeln, und kurz genug, um fokussiert und nachhaltig zu bleiben.
  5. Einfacher, strukturierter Lehrplan
    Die zwölf Wochen haben ein Programm, das kleine Schritte und Feedback ermöglicht, aber weder Tests noch Auswertungen vorsieht. Einen so genannten Circle Guide, eine Anleitung, was in welcher Woche zu tun ist, findet man auf workingoutloud.com.
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